Der vertraute Geruch eines Raumes trägt mehr über seine Pflege und Atmosphäre aus, als jedes Möbelstück oder Dekorationsobjekt es je könnte. Manchmal liegt ein Hauch von abgestandener Luft über einer Wohnung, selbst wenn sie sauber ist. Gerüche entstehen nicht nur durch mangelnde Hygiene, sondern auch durch subtile chemische Prozesse in Möbeln, Farben, Textilien und den eigenen Stoffwechselvorgängen eines Hauses. Viele greifen dann zu Raumsprays oder Duftkerzen, die kurzfristig wirken, aber selten das eigentliche Problem lösen: die chemische Zusammensetzung der Luft.
Eine Lösung wächst allerdings leise und unspektakulär in unzähligen Haushalten auf der Fensterbank – die Efeutute (Epipremnum aureum). Diese unaufdringliche Grünpflanze hat in den letzten Jahren wissenschaftliches Interesse geweckt, weil sie nicht nur zu den widerstandsfähigsten Zimmerpflanzen gehört, sondern auch biologische Eigenschaften besitzt, die sie zu einem interessanten Begleiter im Kampf gegen unerwünschte Gerüche machen. Ihre Fähigkeiten wurden erstmals systematisch untersucht, als Wissenschaftler nach natürlichen Möglichkeiten suchten, die Luftqualität in geschlossenen Räumen zu verbessern.
Die Diskussion um Zimmerpflanzen als Luftreiniger ist dabei nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren begannen Forscher, sich intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Der Hintergrund war zunächst ein ganz spezieller: die Suche nach Lösungen für Raumstationen, in denen Astronauten über lange Zeiträume in hermetisch abgeschlossenen Umgebungen leben müssen. Doch schnell wurde klar, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch für irdische Wohnräume von Bedeutung sein könnten. Die zentrale Frage lautete: Können Pflanzen tatsächlich chemische Verbindungen aus der Luft filtern, oder ist ihre Wirkung eher symbolischer Natur?
Warum die Efeutute mehr ist als bloße Dekoration
Die typischen glänzenden, herzförmigen Blätter der Efeutute sind keine rein ästhetische Erscheinung. Sie sind eine komplexe Oberfläche mit winzigen Spaltöffnungen – den Stomata –, durch die Gase ein- und austreten. Diese Poren sind die Eintrittspforten, durch die flüchtige organische Verbindungen (VOCs) aus der Raumluft aufgenommen werden. VOCs sind Hauptverantwortliche für unangenehme Gerüche, vor allem aus synthetischen Materialien: Teppiche, Möbelkleber, Farben oder Reinigungsmittel setzen sie kontinuierlich frei.
Legendär wurde die Efeutute nach einer NASA-Studie aus 1989, die von Dr. B. C. Wolverton durchgeführt wurde und die Luftreinigungskapazitäten verschiedener Pflanzen untersuchte, um Systeme für Raumstationen zu entwickeln. Die unter dem Titel „Interior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement“ veröffentlichte Untersuchung zeigte, dass die Efeutute entfernt Benzol, Formaldehyd, Xylol und Toluol aufnehmen kann – alles Verbindungen, die in typischen Wohnräumen vorkommen. Die Studie wurde allerdings in versiegelten Plexiglaskammern durchgeführt, was bedeutet, dass die Bedingungen sich erheblich von echten Wohnräumen unterschieden.
Diese Einschränkung ist wichtig zu verstehen. Wie Michael Waring und Bryan Cummings von der Drexel University in ihrer im „Journal of Exposure Science and Environmental Epidemiology“ veröffentlichten Analyse feststellten: Die Studie wurde in einem kontrollierten Laborumfeld durchgeführt, nicht in echten Wohnräumen, und das macht einen riesigen Unterschied. Ihre Forschung zeigte, dass die tatsächliche Effizienz von Zimmerpflanzen in realen Wohnräumen erheblich geringer ist als in Laborexperimenten. Der Luftaustausch durch normales Lüften senkt die Konzentration flüchtiger organischer Verbindungen wesentlich schneller als Pflanzen.
Dennoch bleibt die grundsätzliche Fähigkeit der Efeutute, Schadstoffe aufzunehmen, wissenschaftlich belegt. In Kombination mit Licht, Wärme und ausreichender Feuchtigkeit schafft die Pflanze eine biochemisch aktive Oberflächenstruktur, in der besonders Mikroorganismen im Wurzelbereich eine zentrale Rolle spielen. Gerüche, die oftmals ein Nebenprodukt organischer Verbindungen sind, können dadurch nicht nur überdeckt, sondern in gewissem Maße auch an ihrer Quelle beeinflusst werden – wenn auch die Effekte unter realen Bedingungen bescheidener ausfallen als ursprünglich angenommen.
Die biologischen Mechanismen hinter der geruchsneutralisierenden Wirkung
In ihrer natürlichen Umgebung wächst die Efeutute auf Bäumen tropischer Wälder, wo sie ständig mit hoher Luftfeuchtigkeit, Mikroflora und sich zersetzender Biomasse in Kontakt steht. Diese evolutionäre Anpassung hat sie zu einem interessanten biologischen System gemacht, dessen Wirkungsweise auf mehreren Ebenen abläuft.
Das Zusammenspiel geschieht dabei auf verschiedenen Ebenen: Adsorption über die Blattoberfläche ermöglicht es Geruchsmolekülen wie Aceton, Ethanol oder Amine, sich an die wachsartige Cuticula der Blätter anzulagern. Von dort gelangen sie durch die Spaltöffnungen in das Zellgewebe, wo enzymatische Prozesse beginnen können. Der metabolische Abbau erfolgt durch Enzyme, mit denen Pflanzenzellen organische Moleküle in weniger komplexe Bestandteile zerlegen. VOCs werden dabei teilweise als Energiequelle genutzt oder in andere organische Verbindungen umgewandelt.
Von besonderer Bedeutung sind die Mikroorganismen auf den Wurzeln, die in Symbiose mit der Pflanze leben. Wie verschiedene Studien zur Rhizosphäre bestätigen, spielen diese symbiotischen Bakterienkolonien eine wesentliche Rolle beim Abbau von Schadstoffen. Sie verdauen die über die Luft und das Substrat eintreffenden Verbindungen weiter und wandeln sie in CO₂, Wasser und harmlose Salze um. Die Bedeutung dieses mikrobiellen Filters wird in der Fachliteratur zunehmend als zentraler Mechanismus anerkannt – möglicherweise sogar wichtiger als die Filterwirkung der Pflanze selbst. Über den Verdunstungsstrom werden außerdem Wassermoleküle wieder an die Raumluft abgegeben, was zu einer gewissen Befeuchtung der Umgebungsluft führt.
Diese Prozesse laufen nahezu kontinuierlich ab, wenn die Pflanze gesund ist. Selbst in schwach beleuchteten Räumen bleibt sie biologisch aktiv, was sie zu einer interessanten Wahl für Küchen, Badezimmer oder Arbeitsräume macht. Allerdings muss betont werden, dass die Geschwindigkeit und Intensität dieser Prozesse in realen Wohnumgebungen deutlich geringer ist als unter optimierten Laborbedingungen.
Welche Geruchsquellen die Efeutute potenziell beeinflussen kann
Nicht jeder Geruch in Innenräumen hat denselben chemischen Ursprung. Die Efeutute zeigt ihr Potenzial besonders dort, wo langfristige Emissionen stattfinden oder organische Dämpfe vorhanden sind. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass ihre Wirkung begrenzt ist und keinesfalls als Ersatz für reguläres Lüften dienen kann.
In der Küche kann die Pflanze theoretisch zur Aufnahme von Aldehyden und anderen Verbindungen aus Kochdünsten beitragen, wenn auch in bescheidenem Umfang. Im Badezimmer gehören Ammoniak- und Schwefelverbindungen, die aus Dampf, Feuchtigkeit und Reinigungsrückständen entstehen, zu den Substanzen, mit denen die Pflanze in Kontakt kommen kann. Die in der NASA-Studie nachgewiesene Fähigkeit zur Aufnahme von Formaldehyd aus Spanplatten, Klebern und Lacken ist unter Laborbedingungen belegt, was sie für Wohnräume mit Teppichen oder neuen Möbeln interessant macht.
Hier ist jedoch die kritische Einschränkung von Michael Waring zu beachten: Pflanzen sind großartig, aber sie reinigen die Raumluft nicht schnell genug, um einen Effekt auf die Luftqualität ihres Zuhauses oder ihres Büros zu haben. Seine Forschung ergab, dass für eine messbare Wirkung, die mit modernen Lüftungssystemen konkurrieren könnte, zwischen 10 und 1.000 Pflanzen pro Quadratmeter erforderlich wären – eine offensichtlich unpraktische Anzahl für normale Wohnräume. Regelmäßiges Lüften bleibt daher die wesentlich effektivere Methode zur Verbesserung der Raumluftqualität.
Warum die Efeutute den Geruch beeinflusst, aber nicht dramatisch verändert
Gerüche sind komplexe Mischungen flüchtiger Moleküle – meist organischer Kohlenstoffverbindungen in unterschiedlichen Oxidationsstufen. Typische Lufterfrischer funktionieren nach dem Prinzip der olfaktorischen Überdeckung: starke Duftstoffe dominieren die Wahrnehmung und unterdrücken die störenden Noten. Das Ergebnis ist jedoch selten natürlicher Duft, sondern eine chemische Überlagerung.
Die Efeutute wirkt nach einem anderen Prinzip. Indem sie – wenn auch in begrenztem Umfang – die Konzentrationen bestimmter Gase aufnimmt, kann sie das chemische Gleichgewicht der Raumluft geringfügig beeinflussen. Im Gegensatz zu künstlichen Duftstoffen fügt sie der Luft keine zusätzlichen stark riechenden Chemikalien hinzu. Zusätzlich produziert die Pflanze, wie viele tropische Arten, sekundäre Pflanzenstoffe, die in sehr geringen Mengen in die Luft abgegeben werden können. Diese sind schwach duftend und tragen zu einem natürlichen Raumaroma bei, das von vielen Menschen als angenehm empfunden wird.
Die dadurch entstehende Luftqualität lässt sich nicht in herkömmlichen Duftprofilen messen; sie wird vielmehr als natürlicher empfunden. Allerdings sollte man realistische Erwartungen haben: Die Veränderungen sind subtil und keinesfalls dramatisch. Wer mit starken, penetranten Gerüchen zu kämpfen hat, wird mit Pflanzen allein keine befriedigende Lösung finden.

Optimale Bedingungen für die Pflanze
Damit die Efeutute ihr biologisches Potenzial entfalten kann, muss ihr Umfeld bestimmte Parameter erfüllen. Es geht dabei nicht nur um Pflege im klassischen Sinne, sondern um die Unterstützung ihrer biochemischen Aktivität.
Indirektes, helles Licht stimuliert Photosynthese und Stoffwechsel. Je mehr Energie die Pflanze produziert, desto aktiver sind ihre biologischen Prozesse. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 Prozent hält die Stomata offen und unterstützt die mikrobiellen Prozesse im Wurzelbereich. Optimal sind Temperaturen von 18 bis 25 Grad Celsius, denn unter 15 Grad reduziert sich die Transpiration deutlich, was die biologische Aktivität hemmt.
Ein leicht lockeres, humoses Substrat mit Perlit oder Tongranulat verhindert Staunässe und fördert die Belüftung der Wurzeln – wichtig für die Mikroorganismen. Regelmäßige, moderate Wassergaben halten das Mikrobiom aktiv, während Überwässerung den Gasaustausch einschränkt. Das Abwischen der Blätter mit einem feuchten Tuch entfernt Staub, der die Aufnahme von Molekülen über die Blattoberfläche behindern kann.
Besonders wichtig ist das mikrobielle Milieu im Topfboden. Die symbiotischen Bakterienkolonien in der Rhizosphäre spielen, wie in der Fachliteratur dokumentiert, eine wesentliche Rolle beim Schadstoffabbau. Ein natürlicher Dünger auf Kompostbasis kann diese mikrobielle Aktivität unterstützen, während synthetische Düngemittel mit Vorsicht eingesetzt werden sollten.
Kombination mit anderen Pflanzen für ein erweitertes System
Die Efeutute ist vielseitig, aber bestimmte Verbindungen werden durch spezialisierte Pflanzenarten möglicherweise besser adressiert. Eine Kombination verschiedener Pflanzen kann das Gesamtpotenzial erweitern, auch wenn die grundsätzlichen Einschränkungen bezüglich der Effektivität in realen Wohnräumen bestehen bleiben.
- Grünlilie (Chlorophytum comosum) wurde in verschiedenen Studien als potenzielle Filterpflanze für Formaldehyd identifiziert.
- Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) ist bekannt für seine Fähigkeit zur nächtlichen Sauerstoffproduktion durch CAM-Photosynthese.
- Friedenslilie (Spathiphyllum wallisii) wurde in der NASA-Studie ebenfalls als wirksam gegen verschiedene VOCs getestet.
- Gummibaum (Ficus elastica) bietet große Blattoberfläche und hohe Transpirationsrate.
Ein Ensemble aus mehreren dieser Pflanzen, strategisch im Raum verteilt, erhöht die gesamte biologisch aktive Oberfläche. Dennoch gilt auch hier die Einschränkung der Drexel-University-Studie: Die Anzahl der Pflanzen, die für eine wirklich messbare Verbesserung der Luftqualität nötig wäre, ist praktisch kaum realisierbar.
Die psychologische und ästhetische Dimension
Auch wenn die luftreinigende Wirkung von Zimmerpflanzen unter realen Bedingungen begrenzt ist, zeigt die Forschung, dass Menschen Räume mit Pflanzen intuitiv als angenehmer, sauberer und entspannender empfinden. Der visuelle und haptische Kontakt mit Grünpflanzen hat nachweislich positive Effekte auf das Wohlbefinden.
Die Haltung von Zimmerpflanzen hat eine anerkannte therapeutische Wirkung: Beim Gießen, Beschneiden und Beobachten entsteht eine unmittelbare sensorische Rückbindung zur Umwelt, die Stress reduziert. Die Efeutute bietet aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit und Robustheit einen doppelten Nutzen – sie ist pflegeleicht und trägt zur visuellen Aufwertung des Raumes bei.
Es ist wichtig, zwischen der psychologischen Wirkung und der tatsächlichen chemischen Luftreinigung zu unterscheiden. Während erstere gut dokumentiert ist, bleibt letztere in realen Wohnumgebungen deutlich bescheidener als oft dargestellt. Die subjektive Wahrnehmung eines frischeren Raumes kann durchaus auftreten, ist aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer messbaren Verbesserung der Luftqualität.
Realistische Erwartungen und praktische Anwendung
Die meisten Menschen denken bei Luftqualität an Filtergeräte oder Lüftungssysteme. Pflanzen werden oft als natürliche Alternative betrachtet. Die wissenschaftliche Realität ist jedoch differenzierter: Während Pflanzen unter kontrollierten Laborbedingungen beeindruckende Fähigkeiten zur Schadstoffaufnahme zeigen, ist ihre Wirkung unter Alltagsbedingungen begrenzt.
Die Efeutute kostet in der Anschaffung wenig und kann jahrelang leben. Wenn sie überhängt oder an einem Rankgitter wächst, vergrößert sich ihre aktive Oberfläche. Sie ist anspruchslos, dekorativ und trägt zur Begrünung von Innenräumen bei. Diese Eigenschaften machen sie zu einer wertvollen Zimmerpflanze – unabhängig von ihrer begrenzten Fähigkeit zur Luftreinigung.
Um ihre Gesundheit langfristig zu erhalten, lohnt es sich, alle zwei Jahre umzutopfen, abgestorbene Blätter zu entfernen und den Standort gelegentlich zu wechseln. Pflanzen, die gelegentliches Fensterlicht und Frischluft bekommen, bleiben vitaler und behalten ihre biologische Aktivität besser bei.
Wer die Luftqualität in Wohnräumen tatsächlich verbessern möchte, sollte auf bewährte Methoden setzen: regelmäßiges Stoßlüften mehrmals täglich, die Vermeidung unnötiger Schadstoffquellen wie stark ausdünstende Möbel oder Reinigungsmittel und bei Bedarf den Einsatz von mechanischen Luftfiltersystemen. Pflanzen können diese Maßnahmen ergänzen, aber nicht ersetzen.
Bewährte Maßnahmen für bessere Raumluft
- Mehrmals täglich für 5 bis 10 Minuten stoßlüften
- Schadstoffarme Möbel und Baumaterialien wählen
- Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent halten
- Zimmerpflanzen als ergänzendes Element einsetzen
- Bei Bedarf mechanische Luftfilter verwenden
Die Grenzen der Wirksamkeit verstehen
Es ist wichtig, die Erkenntnisse der modernen Forschung zu würdigen. Die kritische Analyse von Waring und Cummings hat gezeigt, dass viele populäre Annahmen über die luftreinigende Wirkung von Zimmerpflanzen auf einer Übertragung von Laborergebnissen beruhen, die unter realen Bedingungen nicht zutreffen.
Die Forscher stellten fest, dass der natürliche Luftaustausch in Wohnräumen – selbst in relativ dichten modernen Gebäuden – die Konzentration von VOCs viel schneller und effektiver senkt als jede realistische Anzahl von Pflanzen. Ihre Berechnungen zeigten, dass selbst in einem kleinen Raum Dutzende oder Hunderte von Pflanzen nötig wären, um eine Wirkung zu erzielen, die mit einfachem Lüften vergleichbar ist.
Diese Erkenntnisse bedeuten nicht, dass Pflanzen wertlos sind. Sie bedeuten vielmehr, dass wir ihre Rolle realistisch einordnen sollten: als dekorative Elemente mit bescheidenen, aber vorhandenen biologischen Eigenschaften, die das Raumklima auf subtile Weise mitgestalten können.
Praktische Empfehlungen für den Haushaltsgebrauch
Wer eine Efeutute kultivieren möchte, kann dies mit realistischen Erwartungen tun. Die Pflanze bietet Robustheit und Pflegeleichtigkeit, ein attraktives, ganzjährig grünes Erscheinungsbild und die Fähigkeit, auch bei weniger idealen Lichtverhältnissen zu gedeihen. Ihre biologische Aktivität mit bescheidener Schadstoffaufnahme und die positive psychologische Wirkung durch Präsenz von Grün sind wissenschaftlich dokumentiert.
Nicht oder nur eingeschränkt belegt sind dagegen merkliche Geruchsneutralisierung unter Alltagsbedingungen, spürbare Verbesserung der Luftqualität ohne begleitende Maßnahmen oder gesundheitliche Effekte wie Reduktion von Kopfschmerzen oder Verbesserung der Konzentration.
Die Pflanze sollte als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes zur Raumgestaltung verstanden werden. In Kombination mit regelmäßigem Lüften, bewusster Auswahl von Möbeln und Materialien sowie angemessener Luftfeuchtigkeit trägt sie zu einem angenehmen Wohnklima bei – nicht als Wunderwaffe, sondern als bescheidener, aber sympathischer Beitrag.
Die Efeutute ist eine bemerkenswerte Pflanze mit nachgewiesenen Fähigkeiten zur Schadstoffaufnahme unter Laborbedingungen. Ihre Rolle als Luftreiniger in normalen Wohnräumen ist jedoch deutlich begrenzter als populäre Darstellungen oft suggerieren. Die kritische Überprüfung durch moderne Forschung hat gezeigt, dass die Übertragung von Laborergebnissen auf Alltagssituationen problematisch ist. Regelmäßiges Lüften bleibt die wesentlich effektivere Methode zur Verbesserung der Raumluftqualität.
Dennoch hat die Efeutute ihren Platz in Wohnräumen verdient – nicht als biologische Filteranlage, sondern als robuste, attraktive Zimmerpflanze mit bescheidenen, aber vorhandenen luftverbessernden Eigenschaften. Ihr tatsächlicher Wert liegt in der Kombination aus ästhetischer Bereicherung, psychologischem Wohlbefinden und subtiler biologischer Aktivität. Das Zusammenspiel von Blattoberfläche, Stomata und besonders den Mikroorganismen im Wurzelbereich schafft ein lebendiges System, das auf molekularer Ebene mit der Raumluft interagiert.
Eine gut gepflegte Efeutute ersetzt keine regelmäßige Lüftung und keine bewusste Schadstoffvermeidung. Sie kann diese Maßnahmen ergänzen und trägt zur Schaffung eines angenehmeren Wohnklimas bei – nicht durch dramatische Luftreinigung, sondern durch ihre subtile Präsenz als lebendiger Organismus, der das Raumgefüge auf verschiedenen Ebenen bereichert. Im Ergebnis entsteht ein Raum, in dem Grün und Leben sichtbar werden, eine natürliche Bereicherung des Wohnraums, die bescheiden und kontinuierlich wirkt.
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