Dieser byzantinische Felsentraum in Griechenland kostet euch im Januar weniger als ein normales Wochenende zuhause – aber niemand kennt ihn

Während der Großteil Europas im Januar in Winterstarre verfällt, wartet auf der Peloponnes ein Geheimtipp, der gerade jetzt seinen ganz besonderen Charme entfaltet. Monemvasia, die mittelalterliche Festungsstadt auf einem gewaltigen Felsmonolithen im azurblauen Meer, zeigt sich in den Wintermonaten von ihrer authentischsten Seite. Fernab der Sommermassen könnt ihr als Paar durch kopfsteingepflasterte Gassen schlendern, in denen eure Schritte widerhallen, und eine Atmosphäre erleben, die an längst vergangene Zeiten erinnert. Die milden Temperaturen um die 12 bis 15 Grad machen den Januar ideal für ausgiebige Erkundungstouren, ohne ins Schwitzen zu geraten – perfekt für ein romantisches Wochenende.

Ein byzantinisches Juwel zwischen Himmel und Meer

Monemvasia ist keine gewöhnliche griechische Stadt. Der Name bedeutet „einziger Zugang“ und beschreibt treffend die geografische Besonderheit: Eine einzige, schmale Straße verbindet den massiven Felsbrocken mit dem Festland. Was einst militärischer Vorteil war, ist heute purer Zauber. Sobald ihr durch das imposante Stadttor in die Altstadt eintretet, verschwindet die moderne Welt. Keine Autos stören die mittelalterliche Idylle, nur das Rauschen des Meeres und gelegentliches Möwengeschrei begleiten euren Spaziergang durch labyrinthische Gassen.

Die Unterstadt bildet das Herzstück mit ihren sorgfältig restaurierten Steinhäusern, deren Fensterläden in warmen Erdtönen leuchten. Bougainvillea rankt sich an den Mauern empor, und an jeder Ecke öffnet sich ein neuer Blick auf byzantinische Kirchen, versteckte Plätze oder das glitzernde Meer. Im Januar habt ihr das seltene Privileg, diese Kulisse fast für euch allein zu haben – ein unschätzbarer Vorteil für romantische Momente und ungestörte Fotografie.

Zeitreise durch Jahrhunderte

Die Geschichte Monemvasias reicht über tausend Jahre zurück, und im Januar könnt ihr sie in Ruhe erforschen. Beginnt euren Rundgang mit der Hauptkirche Elkomenos Christos aus dem 13. Jahrhundert, deren Glockenturm weithin sichtbar ist. Die steinernen Bögen und die schlichte Eleganz byzantinischer Architektur erzählen von einer Epoche, als Monemvasia eine der bedeutendsten Festungen des byzantinischen Reiches war.

Der anspruchsvollere Teil wartet in der Oberstadt: Ein steiler, etwa 20-minütiger Aufstieg führt euch zur Ruinenlandschaft auf dem Gipfelplateau. Die Anstrengung lohnt sich vielfach. Oben erwarten euch die Überreste der Festung, die verfallene Hagia-Sophia-Kirche aus dem 12. Jahrhundert und ein Panoramablick, der euch sprachlos macht. An klaren Januartagen reicht die Sicht über das endlose Blau der Ägäis bis zu den Bergen des Festlands. Der Wind kann hier oben kräftig sein, also packt eine winddichte Jacke ein und genießt die dramatische Atmosphäre zwischen Himmel, Meer und uralten Steinen.

Kulinarische Entdeckungen für schmale Budgets

Griechische Gastfreundschaft und gutes Essen sind auch im Winter reichlich vorhanden, und die Preise fallen deutlich moderater aus als in der Hauptsaison. In den kleinen Tavernen der Altstadt zahlt ihr für ein komplettes Menü zu zweit etwa 25 bis 35 Euro. Die lokale Küche setzt auf frische, saisonale Zutaten: herzhafte Schmorgerichte, gegrillten Fisch aus lokalem Fang und traditionelle Mezze-Platten zum Teilen.

Probiert unbedingt die regionalen Spezialitäten wie Ladera – in Olivenöl geschmortes Gemüse – oder kräftige Eintöpfe, die im Januar besonders gut schmecken. Eine Karaffe Hauswein kostet selten mehr als 8 Euro und rundet das Erlebnis ab. Für den kleinen Hunger zwischendurch findet ihr in der Neustadt auf dem Festland Bäckereien, wo frische Tyropita (Käsetaschen) oder Spanakopita (Spinattaschen) für etwa 2 Euro sättigen.

Übernachten in historischen Mauern

Das Besondere an Monemvasia ist die Möglichkeit, direkt in der mittelalterlichen Altstadt zu übernachten. Viele der restaurierten Steinhäuser beherbergen heute charmante Gästezimmer. Im Januar sinken die Preise deutlich: Für ein gemütliches Doppelzimmer mit Steingewölbe und traditionellem Dekor zahlt ihr zwischen 50 und 80 Euro pro Nacht. Diese Unterkünfte bieten oft Kamine – ein romantisches Extra für kühle Januarabende.

Wer noch sparsamer reisen möchte, findet in Gefyra, der Neustadt auf dem Festland, einfache Pensionen ab etwa 35 Euro pro Nacht. Von dort sind es nur fünf Gehminuten über den Damm zur Festung. Der Vorteil: Ihr habt leichteren Zugang zu Supermärkten und günstigeren Verpflegungsmöglichkeiten, könnt aber dennoch jederzeit die magische Atmosphäre der Altstadt genießen.

Unterwegs im winterlichen Monemvasia

Monemvasia selbst erkundet ihr ausschließlich zu Fuß – das ist nicht nur notwendig, sondern auch der beste Weg, jeden Winkel zu entdecken. Für die Anreise ist ein Mietwagen jedoch praktisch und erschwinglich. Von Athen aus erreicht ihr Monemvasia über die Küstenstraße in etwa dreieinhalb Stunden. Ein Kleinwagen kostet übers Wochenende zwischen 60 und 90 Euro, und die Fahrt führt euch durch spektakuläre Landschaften entlang der Küste.

Alternativ verkehren Busse von Athen nach Monemvasia, allerdings mit begrenztem Fahrplan im Winter. Die Fahrt dauert etwa fünf Stunden und kostet rund 25 Euro pro Person. Plant hier genügend Zeit ein und prüft die aktuellen Fahrzeiten vorab online.

Mit einem Mietwagen könnt ihr auch die Umgebung erkunden: Die raue Küstenlinie bietet einsame Buchten und traditionelle Dörfer. Ein Abstecher nach Neapoli oder zum malerischen Elafonisos (im Winter besonders ruhig) lohnt sich, wenn ihr noch einen Tag mehr Zeit habt.

Praktische Tipps für euer Winterwochenende

Januar bedeutet Nebensaison, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Viele Geschäfte und einige Restaurants haben reduzierte Öffnungszeiten oder machen Winterpause. Informiert euch vorab, welche Tavernen geöffnet haben – in der Regel findet ihr aber immer mehrere Optionen. Der große Vorteil: Ihr müsst nirgendwo reservieren und erlebt eine Authentizität, die im Sommer unter Touristenmassen verschwindet.

Das Wetter kann wechselhaft sein. Packt Schichten ein: Tagsüber kann es angenehm mild werden, während die Abende kühl sind. Festes Schuhwerk ist unverzichtbar – die Kopfsteinpflaster sind uneben und können bei Nässe rutschig werden. Eine kleine Taschenlampe ist nützlich für die weniger beleuchteten Gassen nach Einbruch der Dunkelheit.

Plant für die Erkundung der Altstadt mindestens einen halben Tag ein. Die Oberstadt verlangt gute Kondition und zusätzliche zwei bis drei Stunden. Ein zweiter Tag bietet sich für entspannte Spaziergänge, Café-Besuche und die Erkundung der Umgebung an. Die Sonnenuntergänge von den Stadtmauern aus sind im Januar besonders stimmungsvoll – das goldene Licht taucht die Steine in warme Farben und schafft eine Atmosphäre, die ihr nicht vergessen werdet.

Romantik zwischen alten Steinen

Monemvasia im Januar ist wie geschaffen für Paare, die Ruhe, Geschichte und Zweisamkeit suchen. Die leeren Gassen laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein, bei denen ihr euch in der Zeit verliert. Setzt euch auf die alten Steinmauern mit Blick aufs Meer, teilt eine Karaffe Wein in einer gemütlichen Taverne und schlendert hand in hand durch Jahrhunderte Geschichte.

Die Kombination aus dramatischer Landschaft, mittelalterlichem Ambiente und griechischer Lebensart macht dieses Wochenende zu einem besonderen Erlebnis. Mit einem Budget von etwa 200 bis 300 Euro pro Person für Unterkunft, Verpflegung und Transport erlebt ihr ein Stück ursprüngliches Griechenland, das viele Reisende nie zu Gesicht bekommen. Monemvasia beweist, dass die schönsten Reisemomente oft dann entstehen, wenn man gegen den Strom schwimmt und Orte in ihrer ruhigsten Zeit besucht.

Wann würdest du Monemvasia am liebsten erkunden?
Januar in der Stille
Sommer trotz der Massen
Frühling als Kompromiss
Herbst für goldenes Licht

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