Während Deutschland im Januar unter grauen Wolken und eisigen Temperaturen leidet, erstrahlt Oaxaca in Mexiko in einem Licht, das Künstler seit Jahrhunderten zu inspirieren versuchen. Die koloniale Bergstadt im Süden des Landes bietet genau jetzt die perfekte Kombination aus angenehm warmem Wetter, lebendiger Kultur und Authentizität – und das alles zu Preisen, die euer Reisebudget nicht sprengen werden. Wer mit Freunden unterwegs ist und nach einem Abenteuer sucht, das gleichzeitig entspannt und kulturell bereichernd ist, wird hier fündig. Der Januar gehört zur Trockenzeit, was bedeutet: strahlend blaue Himmel, angenehme 25 Grad tagsüber und kühle Abende, die wie geschaffen sind für gemeinsame Stunden auf den belebten Plazas.
Warum Oaxaca im Januar eine brillante Wahl ist
Die Stadt im gleichnamigen Bundesstaat ist weit mehr als nur ein weiterer Punkt auf der touristischen Landkarte Mexikos. Hier verschmelzen präkolumbianische Traditionen mit kolonialer Architektur zu einem Gesamtkunstwerk, das authentischer kaum sein könnte. Im Januar habt ihr den zusätzlichen Vorteil, dass die Hochsaison der Weihnachts- und Neujahrsbesucher gerade abklingt, während das Wetter weiterhin traumhaft bleibt. Die einheimische Bevölkerung – überwiegend zapotekischer und mixtekischer Abstammung – pflegt ihre Traditionen mit einer Selbstverständlichkeit, die euch sofort in den Bann ziehen wird.
Das historische Zentrum, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Pastellfarbene Kolonialgebäude säumen kopfsteingepflasterte Straßen, während aus offenen Türen die Klänge von Marimba-Musik dringen. Der Zócalo, der zentrale Platz, pulsiert besonders am Abend mit Leben: Straßenmusiker, fliegende Händler und Einheimische, die einfach das milde Klima genießen, schaffen eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.
Kulturelle Schätze entdecken
Die wahre Seele Oaxacas offenbart sich in den zahlreichen Kunsthandwerksmärkten, die über die ganze Stadt verteilt sind. Hier findet ihr handgewebte Textilien, schwarze Töpferwaren, kunstvoll bemalte Holzfiguren und Silberschmuck – alles direkt von den Handwerkern, die diese Traditionen über Generationen bewahrt haben. Verhandeln gehört zur Kultur dazu, sollte aber respektvoll und mit einem Lächeln geschehen. Mit einem Budget von etwa 30 bis 50 Euro pro Person könnt ihr bereits einzigartige Stücke erstehen, die zu Hause jeden Flohmarktfund in den Schatten stellen werden.
Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt warten die archäologischen Stätten von Monte Albán darauf, erkundet zu werden. Diese auf einem künstlich abgeflachten Berggipfel errichtete zapotekische Stadt bietet nicht nur faszinierende Pyramiden und Ballspielplätze, sondern auch einen Panoramablick über das Tal, der euch sprachlos machen wird. Der Eintrittspreis liegt bei etwa 4 Euro, und ihr erreicht die Stätte problemlos mit Sammeltaxis, die für weniger als 2 Euro pro Person vom Zentrum aus fahren. Plant mindestens drei Stunden ein, um die Anlage in Ruhe zu erkunden – am besten am Vormittag, wenn die Temperaturen noch angenehm sind.
Kulinarische Expedition für kleines Geld
Oaxaca gilt als kulinarische Hauptstadt Mexikos, und das aus gutem Grund. Die Region ist berühmt für ihre sieben Molen – komplexe Saucen, die bis zu 30 Zutaten enthalten können und tagelang zubereitet werden. Auf den traditionellen Märkten findet ihr authentische Essen zu unschlagbaren Preisen. Ein reichhaltiges Mittagessen mit Mole, Reis, Bohnen und frisch zubereiteten Tortillas kostet in den einfachen Marktküchen oft nicht mehr als 3 bis 5 Euro pro Person.
Für Abenteuerlustige bieten die Märkte auch die Möglichkeit, Chapulines (geröstete Heuschrecken) zu probieren – ein knuspriger Snack, der mit Chili, Limette und Salz gewürzt wird. Eine kleine Tüte kostet etwa 2 Euro und sorgt garantiert für Gesprächsstoff in eurer Reisegruppe. Die Straßenstände, die besonders abends und an Wochenenden die Straßen säumen, servieren Tlayudas – riesige, knusprige Tortillas, die mit Bohnen, Käse und verschiedenen Toppings belegt werden – für etwa 3 bis 4 Euro.

Mezcal-Erlebnis ohne Touristenfallen
In der Region um Oaxaca wird der authentische Mezcal produziert, und im Januar könnt ihr die umliegenden kleinen Brennereien besuchen, ohne euch durch Touristenbusse kämpfen zu müssen. Viele dieser familiengeführten Palenques bieten kostenlose oder sehr günstige Führungen an und erwarten lediglich, dass ihr vielleicht eine Flasche kauft – die mit etwa 10 bis 15 Euro für handwerklich produzierten Mezcal ohnehin ein Schnäppchen ist. Die Anreise mit lokalen Bussen kostet selten mehr als 2 Euro pro Strecke.
Unterkunft: Gemütlich und günstig
Als Gruppe habt ihr den Vorteil, dass ihr euch die Kosten teilen könnt. Einfache, saubere Hostels im Zentrum bieten Mehrbettzimmer ab etwa 8 bis 12 Euro pro Person und Nacht. Viele verfügen über Gemeinschaftsküchen, wo ihr euch selbst versorgen könnt, sowie über Terrassen, die sich perfekt für gemeinsame Abende mit einer Flasche Mezcal eignen. Wer etwas mehr Privatsphäre möchte, findet einfache Privatunterkünfte ab etwa 15 bis 20 Euro pro Person bei Teilung eines Zimmers.
Die meisten Unterkünfte liegen fußläufig zum Zentrum, was Transportkosten spart. Achtet darauf, eine Unterkunft mit Innenhof zu wählen – diese typisch oaxacanische Bauweise sorgt für angenehme Kühle tagsüber und schafft eine gemütliche Atmosphäre.
Fortbewegung in Stadt und Region
Innerhalb der Stadt bewegt ihr euch am besten zu Fuß – das kompakte Zentrum lässt sich leicht erkunden, und ihr verpasst nichts von der lebendigen Straßenszene. Für längere Strecken gibt es lokale Busse, die für umgerechnet etwa 0,40 Euro pro Fahrt praktisch jeden Winkel der Stadt erreichen. Sammeltaxis sind eine weitere günstige Option für etwa 1 bis 2 Euro pro Person.
Für Ausflüge in die Umgebung – zu archäologischen Stätten, Weberdörfern oder zu versteinerten Wasserfällen – fahren regelmäßig Busse vom zentralen Busbahnhof. Eine Tagesreise kostet selten mehr als 3 bis 5 Euro pro Person und Strecke. Viele Reisende organisieren sich auch in Gruppen und teilen sich die Kosten für Sammeltaxis, was oft flexibler und kaum teurer ist.
Versteckte Juwelen und Geheimtipps
Etwa 50 Kilometer östlich der Stadt liegt Hierve el Agua, eine natürliche Felsformation, die versteinerten Wasserfällen ähnelt. Die mineralhaltigen Quellen haben über Jahrtausende bizarre Kalksteinformationen geschaffen, in deren natürlichen Pools ihr baden könnt – mit spektakulärem Blick über die Berglandschaft. Der Eintrittspreis beträgt etwa 1,50 Euro, und die Busfahrt dorthin kostet rund 4 Euro pro Strecke. Packt ein Picknick ein, denn die Verpflegung vor Ort ist überteuert.
In der Stadt selbst solltet ihr die kleineren Galerien und Kunsthandwerkswerkstätten abseits der Haupttouristenrouten erkunden. Viele Künstler öffnen ihre Ateliers für Besucher, und ihr könnt bei der Herstellung traditioneller Textilien oder Töpferwaren zusehen – oft ohne Eintritt, aus reiner Gastfreundschaft und Stolz auf ihr Handwerk.
Praktische Spartipps für den Alltag
Das Frühstück könnt ihr in den zahlreichen Bäckereien für wenig Geld genießen – ein Kaffee und süßes Gebäck kosten zusammen oft weniger als 2 Euro. Die Hauptmahlzeit nehmt ihr am besten mittags ein, wenn viele einfache Restaurants günstige Menüs anbieten. Wasser in großen Flaschen kauft ihr am besten in Supermärkten statt an touristischen Hotspots – das spart auf Dauer erheblich.
Viele Museen bieten sonntags freien Eintritt oder stark reduzierte Preise. Plant eure kulturellen Aktivitäten entsprechend, und ihr spart zusätzlich. Mit einem Tagesbudget von etwa 25 bis 35 Euro pro Person (ohne Unterkunft) könnt ihr in Oaxaca komfortabel leben, gut essen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen.
Der Januar in Oaxaca ist eine Einladung, Mexiko von seiner authentischsten Seite kennenzulernen – fernab von Strandresorts und Partymeilen. Hier erlebt ihr mit euren Freunden ein Mexiko, das seine Seele bewahrt hat und euch mit offenen Armen empfängt, ohne dass ihr dafür euer Sparschwein schlachten müsst.
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