Während die meisten europäischen Städte im Februar unter grauem Himmel und eisigen Temperaturen leiden, bietet Mostar eine erfrischende Alternative für einen Wochenendausflug mit der Familie. Die historische Stadt in Bosnien und Herzegowina präsentiert sich in dieser Jahreszeit von einer authentischen Seite – fernab der Sommerströme von Touristen, die sonst die berühmte Alte Brücke bevölkern. Die milderen Temperaturen des herzegowinischen Winters, die selten unter null Grad fallen, machen Februar zu einem idealen Zeitpunkt, um diese faszinierende Stadt zu entdecken, ohne dabei das Reisebudget zu sprengen.
Warum Mostar im Februar ein Geheimtipp für Familien ist
Die Altstadt von Mostar erwacht im Februar in einer fast märchenhaften Ruhe. Die osmanischen Gassen glänzen nach morgendlichem Nieselregen, und die wenigen Besucher erlauben es euren Kindern, die kopfsteingepflasterten Straßen zu erkunden, ohne ständig Angst haben zu müssen, in Menschenmassen verloren zu gehen. Die lokalen Händler haben mehr Zeit für ein Gespräch, und die Atmosphäre ist entspannt und einladend. Genau diese Authentizität macht einen Winterbesuch so wertvoll – ihr erlebt Mostar, wie es wirklich ist.
Die berühmte Stari Most, die Alte Brücke aus dem 16. Jahrhundert, steht majestätisch über dem türkisfarbenen Fluss Neretva. Im Februar könnt ihr das architektonische Meisterwerk in aller Ruhe bewundern und fotografieren. Eure Kinder werden fasziniert sein von den Geschichten über die mutigen Brückenspringer, die im Sommer von der 24 Meter hohen Brücke in die eiskalten Fluten springen – eine Tradition, die seit Jahrhunderten gepflegt wird.
Was man in Mostar mit der Familie erleben kann
Die Altstadt selbst ist ein lebendiges Museum. Beginnt euren Rundgang am frühen Vormittag, wenn die Sonne die steinernen Fassaden in goldenes Licht taucht. Die engen Gassen der Kujundžiluk-Straße sind gesäumt von Werkstätten, in denen Handwerker noch heute nach alter Tradition Kupfer bearbeiten. Kinder sind oft begeistert, den Handwerkern bei ihrer Arbeit zuzuschauen – das rhythmische Hämmern auf Metall übt eine hypnotische Wirkung aus.
Ein Besuch der Koski Mehmed Pasha Moschee lohnt sich allein wegen des Minaretts. Für etwa 4 Euro pro Person könnt ihr die schmale Wendeltreppe hinaufsteigen und werdet mit einem atemberaubenden Panoramablick über die Stadt belohnt. Hier oben versteht man erst die besondere Lage Mostars, eingebettet zwischen Bergen und entlang des Flusses.
Das Kriegsfotomuseum bietet älteren Kindern und Jugendlichen einen eindringlichen, aber wichtigen Einblick in die jüngere Geschichte des Landes. Die Ausstellung ist respektvoll gestaltet und hilft, die komplexe Vergangenheit Bosnien und Herzegowinas zu verstehen. Der Eintritt liegt bei etwa 5 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen oft die Hälfte.
Natur und Umgebung entdecken
Auch wenn das Wetter im Februar wechselhaft sein kann, gibt es in der Umgebung wunderbare Ausflugsziele. Die Wasserfälle von Kravica, etwa 40 Kilometer südlich, sind im Winter zwar nicht zum Baden geeignet, aber gerade dann besonders spektakulär. Das tosende Wasser stürzt sich über die halbkreisförmigen Felsen, und die umliegende Natur wirkt unberührt und wild. Die Anfahrt mit einem Mietwagen oder Sammeltaxi kostet etwa 20-30 Euro für die ganze Familie.
Für Familien mit älteren Kindern ist ein Ausflug zum nahegelegenen Derwischkloster Blagaj ein absolutes Muss. Das Tekke-Kloster liegt am Fuße einer imposanten Felswand, aus der die Quelle des Flusses Buna entspringt. Die mystische Atmosphäre dieses Ortes fasziniert Menschen jeden Alters. Der Eintritt ist mit etwa 3 Euro pro Person sehr moderat.
Praktische Tipps für die Fortbewegung
Mostar ist kompakt und fußläufig zu erkunden. Die Altstadt selbst ist autofrei, was mit Kindern ein großer Vorteil ist. Vom Busbahnhof zur Altstadt sind es etwa 20 Minuten zu Fuß, oder ihr nehmt ein Taxi für 5-7 Euro. Die Stadt verfügt über ein einfaches, aber ausreichendes Busnetz, wobei eine Einzelfahrt nur etwa 1,50 Euro kostet.

Für Ausflüge in die Umgebung empfiehlt sich entweder ein Mietwagen oder die Nutzung von Sammeltaxis, die von vielen Unterkünften vermittelt werden. Ein Mietwagen kostet im Februar oft nur 20-25 Euro pro Tag, da Nebensaison ist. Das gibt euch die Flexibilität, auch spontan Stopps einzulegen, wenn die Kinder eine Pause brauchen.
Kostengünstige Unterkunft in Mostar
Im Februar findet ihr in Mostar hervorragende Unterkünfte zu günstigen Preisen. Private Apartments in der Altstadt oder in unmittelbarer Nähe kosten zwischen 30 und 50 Euro pro Nacht für eine vierköpfige Familie. Diese Apartments verfügen meist über eine kleine Küche, was besonders praktisch ist, wenn ihr mit Kindern reist und nicht jeden Tag auswärts essen möchtet.
Gästehäuser im traditionellen Stil bieten oft ein authentisches Erlebnis mit herzlicher Gastfreundschaft. Die Besitzer geben gerne Tipps für familienfreundliche Aktivitäten und kennen oft versteckte Ecken, die nicht in jedem Reiseführer stehen. Rechnet hier mit 40-60 Euro für ein Familienzimmer mit Frühstück.
Achtet darauf, eine Unterkunft mit Heizung zu buchen – die Temperaturen können im Februar nachts auf 5 Grad fallen, und gut beheizte Räume sind dann Gold wert.
Günstig und gut essen in Mostar
Die bosnische Küche ist herzhaft, reichhaltig und überraschend familienfreundlich. Ćevapi, die kleinen gegrillten Fleischröllchen, die in Fladenbrot serviert werden, sind bei Kindern oft ein Hit. Eine großzügige Portion mit Beilage kostet in lokalen Grillrestaurants etwa 5-7 Euro. Dazu gibt es frisches Fladenbrot, das noch warm aus dem Ofen kommt.
Burek, die gefüllten Teigtaschen, sind perfekt für ein schnelles Mittagessen oder als Snack zwischendurch. In den kleinen Bäckereien zahlt ihr für ein großes Stück etwa 2 Euro. Es gibt verschiedene Füllungen – von Hackfleisch über Käse bis zu Spinat findet sich für jeden Geschmack etwas.
Wenn ihr selbst kochen möchtet, sind die lokalen Märkte eine Fundgrube. Frisches Obst, Gemüse, Käse und Brot sind deutlich günstiger als in Westeuropa. Ein Einkauf für eine Familie für einen Tag kostet selten mehr als 15-20 Euro. Die Markthändler sind besonders kinderfreundlich und geben den Kleinen oft ein Stück Obst zum Probieren.
Vergesst nicht, die traditionellen Süßigkeiten zu probieren. Baklava und andere Honiggebäcke kosten pro Stück etwa 1-2 Euro und sind ein süßer Abschluss für einen Erkundungstag. Am Ufer der Neretva finden sich im Februar oft Verkaufsstände mit heißem Tee und gerösteten Kastanien – eine wärmende Pause für kalte Finger.
Budget für ein Wochenende in Mostar
Mit einem durchdachten Budget könnt ihr als Familie ein wunderbares Wochenende in Mostar verbringen, ohne euch finanziell zu übernehmen. Rechnet mit etwa 40-50 Euro pro Nacht für die Unterkunft, 30-40 Euro täglich für Essen (wenn ihr teilweise selbst kocht), und etwa 20 Euro für Eintritte und Transport vor Ort pro Tag. Für ein komplettes Wochenende mit Anreise solltet ihr mit 200-250 Euro plus Flug- oder Buskosten rechnen.
Der Februar bringt einen weiteren Vorteil: Viele Unterkünfte bieten Frühbucherrabatte für die Nebensaison an. Auch die Flugpreise sind oft deutlich niedriger als in den Sommermonaten. Von vielen deutschen Städten gibt es inzwischen Direktverbindungen oder kurze Umsteigeverbindungen zu erschwinglichen Preisen.
Mostar im Februar ist eine Entdeckung für Familien, die authentische Reiseerlebnisse suchen, ohne dabei das Budget zu strapazieren. Die Stadt offenbart sich in diesen ruhigen Wochen von ihrer intimsten Seite und hinterlässt Erinnerungen, die weit über einen gewöhnlichen Städtetrip hinausgehen. Die Mischung aus Geschichte, Kultur und der herzlichen Gastfreundschaft der Einheimischen macht dieses Wochenende zu einem Erlebnis, von dem eure Kinder noch lange erzählen werden.
Inhaltsverzeichnis
