Ihr kalter Kamin verschwendet gerade wertvollen Wohnraum: Diese geniale Methode macht ihn zum Herzstück Ihres Zuhauses

Ein leerer Kamin ist mehr als nur eine architektonische Spur vergangener Wärme. Zwischen Ziegel, Gusseisen und Marmor ruht eine Struktur, die einst Mittelpunkt des Hauses war — wörtlich und symbolisch. Doch wenn das Feuer erloschen ist, bleibt die Leere nicht nur physisch. Sie wirft Fragen auf über Stil, über Atmosphäre, über das Gleichgewicht zwischen Tradition und Gegenwart.

In vielen Häusern und Wohnungen steht der Kamin heute als stummer Zeuge einer anderen Epoche. Die Zeiten, in denen er als primäre Wärmequelle diente, sind in den meisten modernen Wohnungen längst vorbei. Zentralheizungen haben seine praktische Funktion übernommen, doch seine Präsenz im Raum bleibt unübersehbar. Diese massive Struktur, oft aus edlen Materialien gefertigt, nimmt weiterhin einen zentralen Platz ein und fordert damit eine gestalterische Antwort.

Die Herausforderung liegt nicht darin, den Kamin zu verstecken oder zu ignorieren, sondern ihn bewusst in das zeitgenössische Wohnkonzept zu integrieren. Einen Kamin, der seine ursprüngliche Funktion verloren hat, zu erhalten und neu zu interpretieren, verlangt kein großes Budget, sondern Aufmerksamkeit für Proportion, Licht und Material. In Wohnräumen, in denen kein Rauch mehr aufsteigt, kann genau dieser Ort eine unerwartete Tiefe und Ruhe ausstrahlen — wenn man ihn mit der richtigen kompositorischen Logik behandelt.

Die Transformation eines nicht mehr genutzten Kamins ist eine Übung in räumlicher Intelligenz. Es geht darum, eine vorhandene architektonische Qualität zu erkennen und sie für die Gegenwart neu zu definieren. Dabei verbinden sich praktische Überlegungen mit ästhetischen Prinzipien, die aus der Innenarchitektur, der Materialwissenschaft und psychologischen Erkenntnissen über Raumwahrnehmung stammen.

Ästhetische Balance: Warum ein leerer Kamin Definition und Gewicht braucht

Ein Kamin ist per Definition eine Fassung. Ohne Flamme bleibt eine Vertiefung, die das Auge automatisch als Zentrum wahrnimmt. Wenn sie unbehandelt bleibt, erzeugt sie optische Leere, die den Raum nach unten zieht. Professionelle Innenarchitektur spricht hier von visueller Masse: jeder Raum braucht ein ausbalanciertes Verhältnis zwischen Volumen und Leichtigkeit.

Diese Leere ist nicht neutral. Sie wirkt wie ein schwarzes Loch im Raum, das Aufmerksamkeit auf sich zieht, ohne etwas zurückzugeben. Der Blick wird angezogen, findet aber keinen Halt, keine visuelle Belohnung. Genau hier setzt die gestalterische Arbeit an. Es geht nicht darum, die Öffnung vollzustopfen, sondern ihr eine neue Form von Präsenz zu verleihen.

Das Ziel ist also, dem Kamin wieder Gewicht und Bedeutung zu geben, ohne seine Ruhe zu stören. Entscheidend dabei sind drei Elemente: Textur, Tiefe und Lichtrichtung. Diese drei Komponenten arbeiten zusammen, um aus einer passiven Vertiefung einen aktiven Bestandteil der Raumkomposition zu machen.

Textur schafft visuelle Komplexität auf kleinem Raum. Strukturen wie unbearbeitetes Holz, patinierte Keramik oder Naturstein schaffen Tiefe, ohne laut zu wirken. Ihre Mikroreliefs fangen Schatten ein, die die Vertiefung beleben. Wenn Licht auf eine texturierte Oberfläche fällt, entstehen subtile Schattenmuster, die sich im Tagesverlauf verändern und dem Kamin eine dynamische Qualität verleihen.

Tiefe funktioniert als räumlicher Trick. Das Innere des Kamins ist eine Bühne. Wenn man sie dunkel hält — etwa mattschwarz gestrichen — treten alle Objekte davor plastischer hervor. Der Kontrast zwischen dunklem Hintergrund und hellen oder farbigen Objekten erzeugt eine dreidimensionale Wirkung, die dem flachen Raum Volumen gibt.

Lichtrichtung ist ein grundsätzlich unterschätzter Aspekt in der Raumgestaltung. Seitliches, tiefes Licht vermittelt Ruhe und Natürlichkeit; frontales, kaltes Licht entwertet Atmosphäre und wirkt steril. Die Richtung, aus der Licht kommt, beeinflusst nicht nur, was wir sehen, sondern auch, wie wir es emotional bewerten.

Die Regel des visuellen Ankers legt nahe: jedes Stillleben im Kamin sollte die Form des Raumes aufnehmen — vertikal, wenn der Schornsteinschacht schmal ist; horizontal, wenn die Öffnung breit ausläuft. Damit entsteht eine formale Kontinuität zwischen dem Kamin und dem Raum, den er trägt. Diese Korrespondenz zwischen Kaminproportionen und Raumgeometrie erzeugt ein Gefühl von Stimmigkeit, das schwer zu benennen, aber deutlich spürbar ist.

Wärme ohne Feuer: Die psychologische Wirkung von Lichtquellen im Kamin

Wärme ist in der Wahrnehmung nicht nur Temperatur, sondern auch Zusammensetzung des Lichts. Licht im Bereich von etwa 1.800 bis 2.200 Kelvin — entsprechend dem Spektrum von Kerzenflammen bis zu traditionellen Glühlampen — wird gemeinhin als besonders angenehm und beruhigend empfunden. Diese warmgelbe bis orange Lichtfarbe unterscheidet sich fundamental vom kühleren Tageslicht und wird im häuslichen Kontext mit Geborgenheit assoziiert.

Ein erloschener Kamin lässt sich daher mit Licht füllen, das diese Assoziation künstlich, aber glaubwürdig erzeugt. Die Industrie hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung realistischer Flammeneffekte gemacht. Moderne LED-Kamine bieten mittlerweile deutlich realistischere Flammeneffekte als frühere Modelle, die oft künstlich und unnatürlich wirkten.

Kerzenarrangements als authentischste Lösung

Kerzenarrangements schaffen die authentischste Verbindung zur ursprünglichen Funktion des Kamins. Unterschiedliche Höhen und Durchmesser erzeugen ein dynamisches Flammenfeld. Besonders harmonisch wirken ungerade Zahlen, da sie asymmetrische Natürlichkeit simulieren. Die lebendige, unvorhersehbare Bewegung echter Flammen erzeugt eine Faszination, die sich technisch nur schwer nachbilden lässt.

Allerdings sollten Sicherheitsaspekte nicht vernachlässigt werden. Für Haushalte mit Kindern oder Haustieren können LED-Kerzen mit flackerndem Licht eingesetzt werden — wichtig ist eine hochwertige Lichttemperatur im warmgelb-orangen Bereich, idealerweise um 1.900 Kelvin. Elektrische Kamine und LED-Installationen erzeugen keine echten Flammen und sind daher deutlich sicherer als offene Feuer.

LED-Stränge und indirekte Beleuchtung

LED-Stränge und Lichterketten bieten eine sichere Alternative zu echten Flammen. Werden sie im Halbkreis auf Boden und Rückwand geführt, entsteht eine sanfte Tiefenwirkung. Eine transluzente Stoffverkleidung oder Glasplatte davor bricht das Licht und erzeugt den Eindruck innerer Glut. Der Vorteil dieser Lösung liegt nicht nur in der Sicherheit, sondern auch in der Kontrollierbarkeit und der geringen Energieaufnahme.

Spotbeleuchtung hinter Dekorationselementen schafft eine indirekte Lichtwirkung mit dramatischem Effekt. Miniatur-Spots, die versteckt hinter Holzscheiten oder Pflanzen positioniert sind, lassen die Objekte leuchten, als würden sie von innen glimmen. Diese Technik erzeugt Tiefe durch Schichtung: Das sichtbare Objekt steht im Vordergrund, während das Licht aus dem Hintergrund eine geheimnisvolle Aura schafft.

Auch die Position des Lichts hat emotionale Folgen: Licht, das von unten nach oben fällt, erinnert an Feuer und erzeugt somit eine emotional konsistente Verbindung zur ursprünglichen Funktion des Kamins. Von oben kommende Beleuchtung, etwa von einer Deckenlampe, neutralisiert diesen Effekt sofort und lässt den Kamin flach und tot erscheinen.

Materialien, die Authentizität wahren: Von Holzresten bis zu gealtertem Metall

Das Gestalten eines Kamins bedeutet nicht, ihn zu dekorieren; es bedeutet, Materialgeschichten zu komponieren. Authentische Materialien altern sichtbar — und das ist ein Vorteil. Gealtertes Eichenholz, Schieferplatten, matte Metalle oder unglasierte Keramik bringen taktile Qualität und erzählen durch ihre Patina von Zeit und Gebrauch.

Diese Materialien besitzen eine Ehrlichkeit, die im Kontrast zu vielen modernen Oberflächen steht. Sie verbergen ihre Natur nicht, sondern stellen sie aus. Kratzer, Verfärbungen, ungleichmäßige Texturen — all das sind keine Mängel, sondern Zeichen von Echtheit. In einer Zeit, in der viele Wohnelemente aus behandelten, versiegelten, perfektionierten Materialien bestehen, bietet diese Rohheit einen willkommenen Kontrast.

Holzscheite ohne Funktion sind ein Klassiker, aber ihre Wirkung hängt von der Inszenierung ab. Horizontal gestapelt entsteht ein grafisches Muster, das an traditionelle Holzlager erinnert; vertikal gehoben entsteht eine skulpturale Anmutung, die moderner und abstrakter wirkt. Wer echten Geruch und Textur behalten will, sollte das Holz vorher mit einem Holzschutzmittel auf pflanzlicher Basis behandeln und mit einer transparenten Schicht Bienenwachs überziehen — das verhindert Staubaufnahme und erhält die Maserung.

Einen überraschenden Effekt erzielt, wer kontrastierende Materialien kombiniert. Die Spannung zwischen gegensätzlichen Oberflächen erzeugt visuelle Energie. Schwarze Rückwand mit hellen Birkenstämmen: maximale visuelle Tiefe durch extremen Helligkeitskontrast. Gebürstetes Kupferblech hinter weißen Kerzen: edle Reflexion bei minimalem Aufwand, das warme Metall verstärkt die Lichtfarbe. Mattgrüne Pflanzen in einem Kamin mit grauer Steinrahmung: organische Farbe als Gegengewicht zu mineralischer Strenge.

So entsteht keine Dekoration, sondern eine Materialstudie, die je nach Jahreszeit verändert werden kann, ohne ihren Charakter zu verlieren. Die Materialien selbst sind die Botschaft, nicht das, was man aus ihnen macht.

Pflanzen im Kamin: Standortbedingungen und geeignete Arten

Pflanzen bringen Leben in inaktive Strukturen, aber nicht jede verträgt den Standort. Der innere Kaminraum besitzt besondere Bedingungen: wenig Luftzirkulation, Schatten, oft leicht erhöhte Feuchtigkeit durch die Nähe zur Außenwand. Diese Faktoren schränken die Auswahl der geeigneten Arten erheblich ein.

Das Lichtangebot ist typischerweise gering. Selbst wenn der Kamin nicht direkt an einer Nordwand liegt, erhält sein Inneres nur indirektes Licht. Pflanzen, die volle Sonne benötigen, werden hier kümmern oder eingehen. Ebenso problematisch ist die eingeschränkte Luftbewegung. Viele tropische Pflanzen benötigen zumindest gelegentliche Luftzirkulation, um Pilzbefall zu vermeiden.

Sansevieria, auch Bogenhanf genannt, ist außerordentlich robust und verträgt sowohl Trockenheit als auch schwaches Licht. Seine aufrechte, architektonische Form passt besonders gut zu klassischen Kaminkonstruktionen. Die steifen, vertikalen Blätter schaffen eine grafische Wirkung, die formale Stärke ausstrahlt.

Zamioculcas ist widerstandsfähig gegen Vernachlässigung und glänzt im indirekten Licht. Die fleischigen, glänzenden Blätter reflektieren selbst minimales Licht und bringen eine subtile Lebendigkeit in dunkle Ecken. Diese Pflanze wächst langsam und behält lange ihre Form, was sie zu einer pflegeleichten Dauerlösung macht.

Efeutute kann als hängende Pflanze die Kaminöffnung umrahmen und Tiefe erzeugen. Ihre Ranken können gezielt geführt werden, um den architektonischen Rahmen zu betonen oder zu mildern. Als tropische Pflanze kommt sie mit wenig Licht zurecht und verzeiht gelegentliches Austrocknen.

Ein Trick aus der Pflanzenarchitektur: Ein in die Rückwand eingearbeiteter Spiegel verdoppelt optisch das Grün und verdichtet den Eindruck von Fülle. Wenn das Licht vorn warm bleibt, entsteht ein visuelles Gleichgewicht aus Wachstum und Ruhe. Der Spiegel erzeugt zudem eine verwirrende Tiefenwirkung, die den begrenzten Raum größer erscheinen lässt.

Es empfiehlt sich, die Pflanzgefäße auf ein Podest oder Gittersystem zu stellen, um den Boden luftzirkulieren zu lassen und Feuchtigkeitsflecken auf Marmor oder Ziegel zu vermeiden. Stehendes Wasser kann nicht nur das Material beschädigen, sondern auch unangenehme Gerüche verursachen.

Farbpsychologie und Oberflächenbehandlung des Kamininneren

Wer den Kamin optisch integriert, arbeitet mit Farben, die seine Struktur betonen. Matte Farben zeigen Materialien authentischer als glänzende, da sie Licht diffus reflektieren und die Tiefe erhalten. Glänzende Oberflächen erzeugen Blendpunkte, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber die räumliche Wahrnehmung stören.

Ein dunkel gestrichener Innenraum — in Tönen wie Anthrazit, Kohle oder Tinte — macht Dekorationselemente klar lesbar. Der dunkle Hintergrund funktioniert wie eine Leinwand, vor der jedes Objekt plastisch hervortritt. Diese Technik wird in Museen und Galerien verwendet, um Exponate zu isolieren und ihre Wirkung zu verstärken.

Helle Innenräume dagegen öffnen den Kamin visuell und lassen Räume größer erscheinen — geeignet etwa für kleine Wohnungen, wo jeder Quadratmeter zählt. Ein weiß oder hellgrau gestrichener Kamin verschmilzt mit hellen Wänden und wird weniger als eigenständiges Element, mehr als integrierte Nische wahrgenommen.

In Räumen mit hellem Interieur bietet ein dunkler Kamin Kontrast und damit Schwerpunkt. In Räumen mit dunklen Böden kann der Kamin als Reflektor dienen: Innenräume in hellen Erdtönen oder metallischem Grau neutralisieren Schwere und bringen Licht in die Komposition.

Der physikalische Grund für die Wirksamkeit matter Oberflächen liegt in ihrem Streuverhalten: Sie haben einen höheren Streulichtanteil, was Blendung verhindert und das Auge länger verweilen lässt. Für Wohnräume bedeutet das: weniger visuelle Ermüdung, mehr Ruhe. Glänzende Oberflächen dagegen erzeugen Spiegelungen, die das Auge ständig neu fokussieren lassen — ein unbewusster Prozess, der auf Dauer anstrengend wird.

Vom funktionalen Objekt zum narrativen Element

Ein alter Kamin erzählt unweigerlich eine Geschichte — von Technik, von Material, von der sozialen Bedeutung des Feuers im Haushalt. Der Kamin war jahrhundertelang nicht nur Wärmequelle, sondern auch Versammlungsort, Kochstelle, Symbol von Wohlstand und Sicherheit. In der Raumpsychologie gilt der Kamin als Archetyp des Herdes, ein kollektives Symbol für Sicherheit und Zusammenhalt.

Indem man ihn bewusst transformiert, schreibt man diese Geschichte fort, nicht löscht sie. Die Entscheidung, einen Kamin zu erhalten statt zu entfernen, ist bereits eine Stellungnahme. Sie bedeutet, dass man die historische Ebene des Raumes anerkennt und in die gegenwärtige Nutzung einbezieht.

Ein Natursteinrahmen mit Kerzen trägt Ruhe und Stabilität. Er verweist auf Tradition, auf Dauerhaftigkeit, auf handwerkliche Qualität. Ein minimalistischer, weiß gestrichener Kamin mit geometrischen Pflanzengefäßen signalisiert Urbanität und Gegenwart. Er zeigt, dass der Raum in der Gegenwart lebt, nicht in der Vergangenheit gefangen ist. LED-Stäbe in Glasröhren dagegen schaffen fast futuristische Anmutung, ohne den historischen Rahmen zu zerstören.

Die Gestaltungsrichtung sollte die Architektur des Hauses respektieren: Was in einer Altbauwohnung Charme hat, kann in einem Neubau schnell künstlich wirken. Ein rustikaler Holzstapel in einem Industrieloft erzeugt einen interessanten Kontrast; derselbe Stapel in einem gläsernen Penthouse wirkt deplatziert.

Ein Kamin ist damit kein isoliertes Dekorstück, sondern eine Brücke zwischen Vergangenheit und Jetzt. Das beste Design nutzt diesen Brückeneffekt, um Raumcharakter zu verdichten. Es schafft eine Kontinuität über verschiedene Zeitebenen hinweg und macht gerade dadurch den Raum reicher und komplexer.

Praktische Schritte für eine dauerhafte und sichere Umgestaltung

Die rein ästhetische Ebene genügt nicht — bei alten Kaminen sind Sicherheitsfragen zentral. Selbst wenn der Schornstein versiegelt ist, gibt es potenzielle Rückstände von Ruß, Teer oder Schwermetallen. Diese Substanzen können bei falscher Handhabung gesundheitliche Risiken darstellen oder zumindest unangenehme Gerüche freisetzen.

Fachleute aus der Kamin- und Schornsteinbranche empfehlen mehrere grundlegende Schritte. Dichteprüfung durch einen Schornsteinfeger, bevor elektrische oder offene Lichtquellen eingesetzt werden. Auch ein scheinbar versiegelter Schornstein kann Risse oder undichte Stellen aufweisen, durch die Feuchtigkeit oder sogar Zugluft eindringen kann. Eine professionelle Inspektion klärt den baulichen Zustand und gibt Sicherheit.

Tiefe Reinigung mit Essiglösung oder mild alkalischem Reinigungsmittel, um Rückstände zu neutralisieren. Ruß ist nicht nur optisch störend, sondern kann auch chemisch aktiv bleiben. Eine gründliche Reinigung vor jeder Umgestaltung ist unerlässlich, um spätere Verfärbungen oder Geruchsbildung zu vermeiden.

Anbringung einer dampfdichten Farbschicht — etwa Silikatfarbe — an Rück- und Seitenwänden, um Feuchtigkeitsmigration zu verhindern. Alte Kamine können als Kältebrücken wirken, an denen Luftfeuchtigkeit kondensiert. Eine geeignete Versiegelung verhindert Schimmelbildung und Materialschäden.

Einsatz von LED- statt Echtkerzen, wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt sind. Die Sicherheitsvorteile sind offensichtlich: Kein offenes Feuer bedeutet kein Verbrennungsrisiko, keine Brandgefahr durch umgestoßene Kerzen, keine Rußbildung.

Diese Maßnahmen verlängern nicht nur die Lebensdauer des Kamins, sondern verhindern auch unerwünschte Gerüche oder Materialverfärbungen über die Jahre. Ein einmal korrekt vorbereiteter Kamin bleibt über Jahrzehnte hinweg problemlos nutzbar.

Saisonale Variation: Anpassbare Szenen im Rhythmus des Jahres

In einem gut geplanten Innenraum ist kein Element statisch. Der Kamin kann Jahreszeiten symbolisch begleiten — mit Konsistenz, nicht mit Überladung. Die Kunst liegt darin, subtile Veränderungen vorzunehmen, die die jahreszeitliche Stimmung aufgreifen, ohne aufdringlich zu werden.

Winter ist die natürliche Jahreszeit des Kamins. Hier darf die Gestaltung am wärmsten und dichtesten sein. Bündel aus getrockneten Ästen, dunkle Kerzensets, textile Kissen mit groben Fasern vermitteln visuelle Wärme. Die Materialien sollten schwer und substantiell wirken, passend zur kalten Jahreszeit, die nach Geborgenheit verlangt.

Frühling verlangt nach Leichtigkeit und Aufbruch. Helle Tontöpfe, Olivenzweige, leichte Gräser signalisieren Wachstum und Erneuerung. Die Farbpalette verschiebt sich von dunklen Erdtönen zu frischen Grüntönen und hellen Neutralfarben. Die Textur wird feiner, die Komposition luftiger.

Sommer ist die Zeit, in der der Kamin am weitesten von seiner ursprünglichen Funktion entfernt ist. Weiß gestrichene Holzscheite, Muscheln, Glasobjekte vermitteln visuelle Frische und Kühle. Die Gestaltung darf minimalistisch werden, fast abstrakt. Die Abwesenheit von Wärme wird hier nicht kaschiert, sondern gefeiert.

Herbst markiert die Rückkehr zur inneren Einkehr. Kürbisse in gedeckten Farben, Kupfer-Accessoires, gedämpftes Licht auf niedrigerer Höhe bereiten den Übergang zum Winter vor. Die Farben werden wieder wärmer, die Materialien substantieller.

Entscheidend ist rhythmischer Wechsel mit Materialien gleichen Temperaturcharakters – also keine kalten Kunststoffe im Winter oder zu warme Farbtöne im heißen Monat. Dieser subtile Jahreszeitenwechsel hält die Raumatmosphäre lebendig und verhindert, dass die Gestaltung statisch oder museal wirkt.

Wenn Technologie Design ergänzt: Smart Lighting als neue Dimension

Moderne Lösungen wie Smart Lighting Systeme ermöglichen es, den erloschenen Kamin dynamisch zu steuern. Diese Technologien haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und bieten mittlerweile Möglichkeiten, die weit über einfaches Ein- und Ausschalten hinausgehen.

Über App oder Sprachsteuerung lässt sich die Farbtemperatur an Stimmung und Tageszeit anpassen. Ein abendliches, amberfarbenes Lichtfeld kann automatisch in sanftes Weiß übergehen, wenn der Tag beginnt. Diese graduellen Übergänge simulieren natürliche Lichtzyklen und unterstützen den menschlichen Biorhythmus.

Durch Integration in das Smart-Home-System entstehen Mehrwertfunktionen: Bewegungssensoren können das Licht im Kamin aktivieren, sobald jemand den Raum betritt. Diese subtilen Reize fördern das Gefühl von Präsenz und Wohlbehagen. Der Raum reagiert auf seine Bewohner, wird lebendig und responsiv.

Programmierbare Szenarien erlauben es, verschiedene Lichtstimmungen abzuspeichern: Eine für ruhige Abende, eine für gesellige Zusammenkünfte, eine für konzentriertes Arbeiten. Der Kamin passt sich damit verschiedenen Nutzungssituationen an, ohne dass physisch etwas verändert werden muss.

Dabei sind LED-Leisten mit Farbwiedergabeindizes über CRI 90 zu bevorzugen, da sie Farben natürlicher wiedergeben und das Gesamtambiente wärmer erscheinen lassen. Günstige LED-Systeme mit niedrigem CRI-Wert verfälschen Farben und lassen Materialien künstlich wirken — ein Effekt, der die sorgfältig ausgewählten Oberflächen und Objekte entwertet.

Ein weiterer Vorteil moderner LED-Technologie: Elektrokamine und LED-Installationen benötigen keinen Schornstein und verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie, die ein echter Kamin oder sogar ein Elektroheizkamin verbrauchen würde. Die laufenden Kosten sind minimal, die Umweltbelastung gering.

Wirtschaftliche und ökologische Überlegungen

Ein dekorativ genutzter Kamin kann – richtig umgesetzt – Energie und Material sparen. Der Ersatz echter Flamme durch LED- oder Kerzenlicht verbraucht deutlich weniger Energie als Heizeinsätze, während das Wiederverwenden alter Materialien den ökologischen Fußabdruck reduziert.

Die Zahlen sind eindeutig: Ein durchschnittlicher Elektroheizkamin verbraucht zwischen 1.000 und 2.000 Watt. Eine LED-Installation für rein dekorative Zwecke kommt mit 10 bis 50 Watt aus — ein Unterschied von über 95 Prozent. Über ein Jahr gerechnet bedeutet das erhebliche Einsparungen bei den Stromkosten und einen deutlich geringeren CO₂-Ausstoß.

Wer mag, kann die Umgestaltung mit Upcycling kombinieren: alte Dachziegel als Kerzenuntersetzer, Metallreste als Reflektoren, Marmorreste aus Baumärkten als kleine Sockel. Diese Materialien haben bereits einen Lebenszyklus hinter sich und müssen nicht neu produziert werden. Ihre Verwendung spart Ressourcen und gibt ihnen eine zweite Funktion.

Die Kombination aus Recycling und hochwertiger Lichtwirkung liefert nicht nur visuelle, sondern auch nachhaltige Glaubwü

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Echte Kerzen in verschiedenen Höhen
LED-Lichtinstallation mit Warmton
Pflanzen wie Sansevieria oder Efeutute
Gestapelte Holzscheite als Skulptur
Saisonale Dekoration je nach Jahreszeit

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