Die PlayStation 5 hat vielen Gamern endlich die Möglichkeit gegeben, den internen Speicher durch eine M.2 NVMe SSD zu erweitern – ein Feature, das bei der wachsenden Größe moderner Spiele absolut notwendig geworden ist. Sony bietet hierfür einen offiziellen Erweiterungs-Slot, der eine Speichererweiterung um bis zu 4 TB ermöglicht. Doch was passiert, wenn du alles nach Anleitung machst, die SSD korrekt einbaust und die Konsole sie trotzdem einfach nicht erkennt? Genau dieses Problem hat schon so manchen Nutzer zur Verzweiflung gebracht.
Wenn die PS5 stur bleibt: Das Erkennungsproblem verstehen
Nach dem Einbau einer kompatiblen M.2 SSD startest du deine PlayStation 5, navigierst gespannt zu den Speichereinstellungen und dann – nichts. Die Konsole zeigt die neue Hardware einfach nicht an. Bevor du jetzt die SSD zurückschickst oder stundenlang im Netz nach Lösungen suchst, solltest du wissen: Oft liegt das Problem nicht an der Hardware selbst, sondern an der Art, wie die Systemsoftware neue Komponenten registriert.
Die PS5 führt beim normalen Hochfahren eine Hardwareprüfung durch, aber manchmal werden neu hinzugefügte Komponenten schlichtweg übersehen oder nicht korrekt in die interne Datenbank eingetragen. Das System sieht die SSD zwar physikalisch, kann sie aber nicht zuordnen oder aktivieren. Hier kommt der abgesicherte Modus ins Spiel – ein oft unterschätztes Werkzeug für genau solche Situationen.
Der versteckte Trick: Datenbank neu aufbauen im abgesicherten Modus
Der abgesicherte Modus der PlayStation 5 ist mehr als nur ein Notfallwerkzeug für Systemfehler. Er bietet verschiedene Wartungsfunktionen, die im normalen Betrieb nicht zugänglich sind. Eine davon ist das Neuaufbauen der Datenbank – eine Funktion, die viele Nutzer komplett ignorieren, weil sie harmlos klingt. Tatsächlich kann sie aber wahre Wunder wirken, wenn es um Hardwareerkennungsprobleme geht.
Beim Neuaufbauen der Datenbank durchsucht das System die gesamte Festplattenstruktur neu und erstellt die Indizes von Grund auf neu. Dieser Prozess kann die Konsole dazu veranlassen, noch einmal genau hinzuschauen und alle verfügbaren Speichermedien korrekt zu erfassen. Klingt fast zu simpel, um wahr zu sein – funktioniert aber in erstaunlich vielen Fällen.
Schritt für Schritt: So aktivierst du die nicht erkannte SSD
Der Weg in den abgesicherten Modus ist simpel, aber du musst die Schritte präzise befolgen. Zunächst schaltest du die PS5 komplett aus – nicht in den Ruhemodus versetzen, sondern richtig ausschalten. Halte dann die Power-Taste gedrückt, bis du zwei Pieptöne hörst: Der erste kommt sofort, der zweite nach etwa sieben Sekunden. Genau dann lässt du die Taste los.
Jetzt startet die Konsole im abgesicherten Modus. Du musst deinen DualSense-Controller per USB-Kabel verbinden – kabellos funktioniert hier nicht – und die PS-Taste drücken. Das Menü, das du jetzt siehst, unterscheidet sich deutlich vom normalen Systemmenü und bietet verschiedene Optionen zur Systemwartung.
Wähle hier die Option „Datenbank neu aufbauen“. Die PlayStation 5 warnt dich möglicherweise, dass dieser Vorgang einige Zeit dauern kann – keine Sorge, deine Spiele, Spielstände und Einstellungen bleiben dabei vollständig erhalten. Je nach Menge der gespeicherten Daten kann der Prozess zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde dauern. Zeit für einen Kaffee oder eine kleine Pause.
Was genau passiert beim Neuaufbau der Datenbank?
Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Defragmentieren oder Indexieren einer Festplatte am PC, geht aber darüber hinaus. Das System erstellt eine vollständige Inventur aller verfügbaren Speichermedien und ihrer Inhalte. Dabei werden auch Inkonsistenzen beseitigt und verwaiste Dateien entfernt.
Wichtig zu verstehen: Die Funktion löscht keine Daten. Sie organisiert lediglich, wie das System diese Daten findet und darauf zugreift. Manche Nutzer berichten sogar von kürzeren Ladezeiten nach diesem Prozess, weil die Indexstruktur wieder optimal organisiert ist. Ein netter Nebeneffekt, wenn du eh schon dabei bist, das SSD-Problem zu lösen.
Nach dem Neustart: Die SSD formatieren und einrichten
Nachdem die Konsole den Datenbankaufbau abgeschlossen hat und neu gestartet ist, solltest du direkt zu den Speichereinstellungen navigieren. Gehe dazu auf Einstellungen und dann zu Speicher. In vielen Fällen wird dir jetzt die M.2 SSD angezeigt, möglicherweise mit dem Hinweis, dass sie formatiert werden muss.

Die PS5 führt dich dann durch den Formatierungsprozess, der die SSD für die Nutzung mit der Konsole vorbereitet. Sony verwendet ein spezielles Dateisystem, deshalb muss dieser Schritt zwingend auf der PlayStation 5 selbst durchgeführt werden. Nach der Formatierung kannst du unter den Speichereinstellungen auswählen, ob Spiele automatisch auf der NVMe SSD oder der internen Festplatte installiert werden sollen.
Wenn es trotzdem nicht funktioniert: Weitere Ansätze
In seltenen Fällen reicht selbst dieser Trick nicht aus. Dann solltest du überprüfen, ob deine SSD wirklich die Kompatibilitätsanforderungen erfüllt. Sony verlangt eine PCIe Gen4x4 NVMe M.2 SSD mit mindestens 5500 MB/s Lesegeschwindigkeit und einen entsprechenden Kühlkörper. Die physikalischen Dimensionen sind ebenfalls entscheidend – die SSD darf nicht zu groß sein, sonst passt die Abdeckung nicht.
Die genauen Anforderungen sind klar definiert: Sony unterstützt die M.2-Formate 2230, 2242, 2260, 2280 und 22110. Die maximale Bauhöhe beträgt etwa 11,25 mm, wobei maximal 8 mm über und 2,45 mm unter der Platine liegen dürfen. Die Breite darf bis zu 25 mm betragen. Besonders wichtig ist ein Low-Profile-Kühlkörper, da Standard-Heatsinks die Slot-Abdeckung blockieren können.
Der korrekte Einbau: Häufig übersehene Details
Ein weiterer oft übersehener Punkt ist der korrekte Einbau selbst. Die M.2 SSD muss vollständig im Slot stecken und mit der Befestigungsschraube fixiert sein. Manchmal sitzt die Schraube nicht fest genug oder die SSD hat keinen optimalen Kontakt. Ein erneutes Öffnen und vorsichtiges Neueinsetzen kann bereits das Problem lösen, bevor du überhaupt zum abgesicherten Modus greifst.
Um Erkennungsprobleme von vornherein zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Konsole vor dem Einbau komplett herunterzufahren und einige Sekunden vom Strom zu trennen. Das stellt sicher, dass alle Komponenten vollständig spannungsfrei sind. Nach dem Einbau der SSD und dem Wiederanschließen hast du die beste Chance, dass die neue Hardware beim ersten Start korrekt erkannt wird.
Praktische Tipps für die Auswahl der richtigen SSD
Bei der Auswahl einer SSD für die PlayStation 5 solltest du nicht nur auf die Geschwindigkeit achten, sondern auch darauf, dass sie bereits mit einem passenden Low-Profile-Kühlkörper ausgestattet ist. Dies spart Zeit und verhindert Kompatibilitätsprobleme. Viele Hersteller bieten mittlerweile spezielle PS5-Modelle an, die genau auf die Anforderungen der Konsole zugeschnitten sind.
Der offizielle PlayStation-Support empfiehlt dringend die Verwendung eines Kühlkörpers, um optimale Betriebstemperaturen zu gewährleisten. Eine NVMe SSD ohne ausreichende Kühlung kann unter Last gedrosselt werden oder im schlimmsten Fall sogar Schaden nehmen. Die Investition in ein Modell mit vorinstallierter, geeigneter Kühlung zahlt sich daher langfristig aus und erspart dir mögliche Probleme.
Nach erfolgreicher Installation: Optimale Nutzung des erweiterten Speichers
Sobald deine M.2 SSD erfolgreich erkannt und formatiert wurde, kannst du die Vorteile des erweiterten Speichers voll ausschöpfen. Experten empfehlen, PS5-Titel standardmäßig auf der erweiterten SSD zu installieren, da diese von den schnellen Ladezeiten profitieren. Du kannst diese Einstellung jederzeit in den Speicheroptionen anpassen.
Die Erweiterung um bis zu 4 TB zusätzlichen Speicherplatz macht die PlayStation 5 zu einer echten Multimedia-Zentrale, auf der problemlos Dutzende Spiele gleichzeitig installiert bleiben können. Gerade bei modernen Titeln, die oft 100 GB oder mehr belegen, ist diese Erweiterung praktisch unverzichtbar geworden. Niemand hat Lust, ständig Spiele zu deinstallieren und neu herunterzuladen.
Wenn deine PS5 also beim nächsten Mal eine neu eingebaute M.2 SSD ignoriert, weißt du jetzt genau, wo du ansetzen kannst. Der abgesicherte Modus mit seiner Datenbankfunktion ist genau das Werkzeug, das Sony für solche Situationen vorgesehen hat. In den meisten Fällen erspart dir dieser Ansatz den Weg zum Händler oder Support und du kannst deine erweiterte Speicherkapazität innerhalb kürzester Zeit nutzen. Die Methode mag unspektakulär klingen, aber manchmal sind es genau diese simplen Tricks, die den Unterschied machen.
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